Rohstoffe

Qualität

Kennst du das, wenn du noch auf der Wiese stehst, gerade den schönsten Apfel vom Baum gepflückt hast, am T-Shirt abgerubbelt, und hineinbeißt? Die Schale ist noch warm von der Sonne, aber sie knackt und die spritzigen Aromen, die duftenden Noten, die grüne Frische, die saftige Süße, all das breitet sich im Mund aus. Und du denkst dir: wenn das nicht der perfekte Apfel ist.

Genau dieses Aroma, diesen perfekten Moment möchte ich in meinen Flaschen einfangen. Danach halte ich ständig Ausschau – egal ob zuhause auf der Schwäbischen Alb, auf der Durchreise oder im Urlaub – ich suche dauernd nach den besten Obstsorten, dort, wo sie am besten wachsen, genau dann, wenn sie ihre Bestzeit erreicht haben und vor Geschmack und Aromatik strotzen. Ja, oft ist das ein verdammt kleines Zeitfenster, und ja, manchmal muss man dann eben alles andere stehen und liegen lassen, Familie und Freunde zusammentrommeln und eine halbe Tonne Zwetschgen sofort entsteinen und ja, das ist schon auch harte Arbeit. Aber alles andere kennen wir schon, und das war mir einfach nicht gut genug.

Obstauswahl

Mittlerweile zähle ich über 30 Sorten meiner Destillate: vom klassischen Williams über den Himbeergeist, den London Dry Gin bis hin zum Fichtengeist. Von manchen Sorten ist es einfacher, eine gute Menge guter Rohstoffe zu bekommen, solche wie sie meinen perfektionistischen Vorstellungen entsprechen (ich kann da ganz schön penibel sein).

Bei manchen anderen gibt’s je nach Jahrgang auch mal nur drei Flaschen (hab ich das schon erwähnt? ich kann ganz schön penibel sein).

Die Früchte, die ich verarbeite, kommen zum Teil von vertrauten Lieferanten, die am Bodensee, in Bayern, Österreich und wo ich sie eben finde, ihre Arbeit mit Leidenschaft und Begeisterung machen. Zum immer größer werdenden Teil wachsen diese aber auch auf unserer eigenen Streuobstwiese in Hermaringen. Mein Ziel ist es, das benötigte Obst in der Zukunft komplett selbst zu produzieren: zu den anfänglichen 180 Streuobstbäumen auf unseren Wiesen wurden 2021 weitere 300 gepflanzt. Williamsbirnen, Aprikosen, Kirschen, all das und viel mehr möchte ich in Zukunft selbst anbauen, sodass ich den genauen Zeitpunkt der Ernte selber bestimmen und meine Früchte schnellstmöglich weiterverarbeiten kann.

Hinzu kommt, dass jede Streuobstwiese dem Naturschutz dient. Es ist uns eine Herzensangelegenheit, den Boden gesund zu halten, Wildpflanzen und Gräser stehen zu lassen, Insekten und Kleintieren ein Zuhause zu bieten, kurz: die Biodiversität unserer Umgebung zu fördern. Mit den kompostierten Maischeresten aus der Destille dünge ich dann meine Bäume, um den Kreislauf zu schließen und gleichzeitig den Pflanzen genau die Nährstoffe zu geben, die sie in ihrer Umgebung brauchen. 

Bezugsquellen

Für unsere liebevoll hergestellten Destillate suchen wir immer nach besonderen Früchten der Saison. Dafür arbeiten wir zum einen mit unserer eigenen Streuobstwiese, zum anderen suchen wir uns Partner, die ihre Betriebe mit genauso viel Hingabe, Sorgfalt und Bewusstsein führen, wie wir.  Vertrauen, enger Kontakt und stetiger Austausch sind nicht nur für beide Seiten eine erfreuliche Bereicherung, sie ermöglichen vor allem eine perfekte Koordination zwischen der Ernte und der anschließenden Weiterverarbeitung.

Nur so können wir sicher sein, dass wir uns immer wieder für qualitativ einwandfreie Rohstoffe entscheiden, und daraus ein ebensolches Endprodukt erschaffen.